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Buchrezensionen:

Ausgabe 100

Mein erstes jüdisches Bilderbuch

Miriam Magall


Nea Weissberg (Hg.) mit Bildern von Jess Fogel: Mein erstes jüdisches Bilderbuch.

Berlin: Lichtig-Verlag 2012.

Bilderbuch mit Glossar, kindergerecht mit abgerundeten Ecken, zweisprachig: hebräisch, deutsch; Euro 14,90

ISBN: 978-3-929905-27-4

Jahrzehntelang musste man sich in jüdischen Kreisen mit Importen aus den USA und Israel begnügen, wollte man seinem Kind von Anfang an etwas greifbar Jüdisches vermitteln. Und selbst da war die Auswahl, besonders für Kleinkinder, eher beschränkt. Daran hat sich seit ungefähr 1990 durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion einiges geändert: Die Juden in Deutschland haben ihre Koffer ausgepackt, in vielen deutschen Städten wurden jüdische Kindergärten und Schulen eingerichtet.

Mehr als dankbar wird daher die berühmte jiddische Mamme für ihr eigenes Kind oder aber für ihre Enkel zu dem wunderschönen ersten jüdischen Bilderbuch greifen, das Nea Weissberg in ihrem Lichtig-Verlag auf den Markt gebracht hat. Die Idee dafür kam aus München, entstanden aus einem Projekt des „Jüdischen Familienzentrums Mishpacha" der Europäischen Janusz Korczak Akademie, wo Eltern, Pädagogen, Menschen, die mit Kleinkindern befasst sind, unter der Leitung von Lydia Bergida von der EJKA und der Journalistin Dr. Katrin Diehl ein durchdachtes Konzept auf die Beine gestellt haben. Auf 8 Doppelseiten, auf starkem, abwaschbarem Karton, stellt Weissberg mit Hilfe von klaren Bildern eine Auswahl jüdischer Gegenstände vor, die ein jüdisches Kind im Laufe seines ersten und zweiten Lebensjahres kennenlernen dürfte.

Die ersten beiden Abbildungen zeigen Tallith und Kippa, beide markiert mit einem Magen David, einem „Davidstern", der mit seinen vielfarbigen sechs Seiten als nächstes fröhlich grüsst. Der Schabbath, der höchste jüdische Feiertag, nimmt gleich die nächsten vier Seiten ein: Auf grünem und gelbem, beigem und rosa Hintergrund präsentieren sich Kiddusch-Becher und Pamotej-Schabbath, die Schabbath-Leuchter, Challa-Deckchen und Challa, der Hefezopf für den Schabbath. Und auch zwei weitere jüdische Feiertage sind vertreten: Pessach in Gestalt eines gedeckten Seder-Tellers und eines Kartons mit Matzen, dem sich die Chanukkija und der Dreidel, beide für das Chanukka-Fest im Dezember, anschliessen. Den Abschluss bilden ein rotes Kabbala-Armband und die Chuppa, unter der Braut und Bräutigam stehen, auch sie vor gelbem bzw. grünem Hintergrund. Den hinteren Buchdeckel ziert eine Mesusa, das „Röhrchen aus Metall, ... darin eine winzige handgeschriebene Pergamentrolle ...", wie der in Jüdischem Unerfahrene in dem Glossar erfährt, das auf zwei Seiten am Ende dieses Bilderbuches die Abbildungen noch einmal aufgreift und erklärt, was jede Abbildung genau darstellt.

Die Abbildungen selbst sind klar und geradlinig, ohne unnötige Schnörkel, und auch für die Beschriftung, auf deutsch und auf hebräisch, wurden klare, schnörkellose Buchstabentypen gewählt, die sich dem Auge schnell einprägen dürften. Zweifellos ein nützliches und ansprechendes erstes jüdisches Bilderbuch, das in keinem jüdischen Haus mit Kleinkindern fehlen sollte, aber hoffentlich auch hier und da in nichtjüdischen Häusern anzutreffen sein wird.