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Ausgabe 113

Dialog, Begegnung und Solidarität

Lehrgang Interreligiöser Dialog: Begegnung von Juden, Christen und Muslimen

Monika KACZEK


Im November 2014 startete an der Donau-Universität Krems (Niederösterreich) der berufsbegleitende Masterlehrgang Interreligiöser Dialog. Begegnung von Juden, Christen und Muslimen. Als Veranstalter fungiert das Zentrum für Religion und Globalisierung. Der viersemestrige Lehrgang bietet eine akademische und praxisorientierte Weiterbildung für Personen, die sich in der interreligiösen Verständigungsarbeit engagieren. Dabei sollen Dialogbegleiter herangebildet werden, die zum Beispiel in Religionsgemeinschaften, im Rahmen kommunaler Integrationsarbeit oder interreligiösen Organisationen tätig sind. 

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PD Mag. Dr. Ernst Fürlinger, Leiter des Zentrums für Religion und Globalisierung. Foto: Andrea Reischer. Mit freundlicher Genehmigung: Donau-Universität Krems.

Der laufende Lehrgang, der sich aus Christen, Muslimen und Juden zusammensetzt, wird von 22 Personen besucht, die aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammen. Der nächste Lehrgang startet im Herbst 2018. Für PD Mag. Dr. Ernst Fürlinger, den Leiter des Zentrums für Religion und Globalisierung, ist religiöse und kulturelle Diversität „in Zeiten von globalen Konflikten und globalisierten Gesellschaften zu einer zentralen Herausforderung geworden, der wir alltäglich gegenüberstehen. Der Lehrgang bildet eine intensive Möglichkeit, die drei religiösen Traditionen in ihren unterschiedlichen Aspekten und Richtungen zuerst einmal kennenzulernen und einen dialogischen, offenen Umgang mit religiöser Diversität einzuüben. Am wichtigsten ist das eigentlich im Fall des Judentums, weil hier die Kenntnisse und Erfahrungen besonders gering sind und weil hier eine informierte und sensible Haltung aufgrund der Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus in Österreich besonders wichtig ist." Die Ausbildung führt die Teilnehmer mit führenden Theologen aller drei Religionen zusammen, wie zum Beispiel Susanne Heine (o. Univ.-Prof. em., Institut für Praktische Theologie und Religionspsychologie, Universität Wien) und Michel Bollag, lic. phil. Lehrbeauftragter für Religion und Kultur, Schwerpunkt Judentum (Zürcher Institut für interreligiösen Dialog). „Dialog und Begegnung von Juden, Christen und Muslimen, von Ansässigen und Neuankömmlingen haben die Aufgabe, inmitten eines giftigen, misstrauischen und teilweise feindlichen Nebeneinanders zu gegenseitiger Verständigung und Solidarität beizutragen. Es geht darum, auf allen Ebenen - von der Schule, der Kommune, den religiösen Gemeinschaften bis hin zu den staatlichen Institutionen auf nationaler Ebene - stabile Brücken des Verstehens zu bilden. Das dabei aufgebaute Vertrauen und die stabilen Beziehungen können ein Widerlager, eine starke Gegenkraft gegenüber extremistischen Kräften (...) in der Gesellschaft bilden."1

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Titelbild des Masterlehrgangs Interreligiöser Dialog. Begegnung von Juden, Christen und Muslimen. Mit freundlicher Genehmigung: Donau-Universität Krems.

Informationen

http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/interreligioeser-dialog/index.php

http://www.donau-uni.ac.at/de/department/migrationglobalisierung/interreligioeserdialog/index.php

1                Ernst Fürlinger: Schwierige Gegenwart des Dialogs. Interreligiöse akademische Bildung im Kontext globaler Konflikte und gesellschaftlicher Polarisierung. In: 

Edith Petschnigg/Irmtraud Fischer/ Gerhard Langer (Hg.): Hat der jüdisch-christliche Dialog Zukunft? Gegenwärtige Aspekte und zukünftige Perspektiven in Mitteleuropa. Göttingen: Vienna University Press 2017, S. 217