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Ausgabe 97

Erinnerungsarbeit in Wiener Neustadt

Werner SULZGRUBER


In Wiener Neustadt bemüht man sich seit vielen Jahren um eine entsprechende Erinnerungskultur, in der die jüdische Geschichte ein integraler Bestandteil ist. Für eine dauerhafte und gesellschaftlich akzeptierte Umsetzung der Erinnerungsarbeit in der Stadt bedarf es allerdings spezifischer Voraussetzungen. Dass Erinnerungsarbeit sinnvoll geleistet und nun auch von einer funktionierenden „Gedenkkultur" gesprochen werden kann, steht erstens in direktem Zusammenhang mit der erfolgten Dokumentation der Stadtgeschichte, zweitens mit der Art der Vermittlung der Ergebnisse und drittens mit der Vernetzung lokaler Institutionen.

Wie in vielen anderen Regionen fusst die Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit in Wiener Neustadt auf privater Initiative. Die jüdische Geschichte der Stadt wird seit vielen Jahren intensiv aufgearbeitet. Die wissenschaftlich fundierte und damit seriöse Dokumentation bildet den Ausgangspunkt. Auf dieser Informationsbasis baut ein Vermittlungsprozess in inzwischen vielen Bereichen auf.

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Blick auf den jüdischen Friedhof (von Norden), Quelle: Sammlung Sulzgruber

Voraussetzungen für das Erinnern

In Wiener Neustadt wurde 2005 aufgrund der ersten Publikation zum Thema in der öffentlichen Wahrnehmung erkannt, dass es sich bei der 1938 zerstörten Kultusgemeinde um eine sehr grosse jüdische Gemeinde gehandelt hatte.1 Im Stadtgebiet von Wiener Neustadt lebte nämlich die viertgrösste Anzahl von Jüdinnen und Juden nach den Städten Wien, Graz und Baden bei Wien. Nicht zuletzt durch die Kommunikation über diverse Lokalmedien und durch Vorträge wurde sich eine breitere Öffentlichkeit der historischen Dimension dieser Thematik bewusst und dazu motiviert, diesem Faktum auch Rechnung zu tragen.

In der Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit und der Shoa wurden sowohl ein „blinder Aktionismus" als auch öffentliche Anklagen (gegen Täter) vermieden. Durch den wissenschaftlichen Zugang in der Behandlung der Zeit des Nationalsozialismus in der Stadt Wiener Neustadt war die Aufarbeitung im kollektiven Gedächtnis der „städtischen Welt" konfliktloser möglich. Infolge war die Akzeptanz gegenüber dem Thema vorhanden und weitere Schritte waren ungehindert realisierbar.

Funktionsträger in städtischen Einrichtungen und politisch Verantwortliche unterstützten die angestrebte Erinnerungsarbeit, nachdem der persönliche Kontakt gesucht worden war und Erklärungen zum Verstehen der Absichten und Ziele gegeben worden waren. So gelang in Wiener Neustadt in einigen Punkten ein Weg der gemeinsamen Konkretisierung. Involvierte Abteilungen der Stadtgemeinde (Referat für Archive, Museum und Denkmalpflege u.a.) gaben die notwendige Unterstützung.

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Führung am jüdischen Friedhof Wiener Neustadt ("Herbstführung") Quelle: Sammlung Sulzgruber

Dokumentation des jüdischen Friedhofs von Wiener Neustadt

Am Beispiel des jüdischen Friedhofs von Wiener Neustadt zeigt sich sehr gut, was durch Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit, aber auch Engagement erreichbar ist: Der Friedhof befand sich bis 2006 in einem bereits bedenklichen Zustand. Mit der Gründung der Initiative „Aktion Kulturdenkmal Jüdischer Friedhof" (AKJF) und der Durchführung von zwei Aktionstagen mit jeweils rund 70 Freiwilligen konnten 2007 und 2009 wichtige Pflege- und Reinigungsarbeiten durchgeführt werden.

Die wissenschaftliche Dokumentation des jüdischen Friedhofs von Wiener Neustadt war bereits überfällig. Da allerdings die zentralen historischen Quellen über den Ort (wie beispielsweise Liegepläne, Belegungslisten und Sterbematriken der einstigen IKG) fehlten, musste im Rahmen eines Forschungsprojekts ein mühsamer Weg der Dokumentation beschritten werden. Um die Geschichte des Friedhofs und der auf ihm bestatteten Menschen vollständig aufarbeiten zu können, bedurfte es der Zusammenarbeit von Fachleuten - Mag.Dr. Werner Sulzgruber (Historiker), Mag. Johannes Reiss (Leiter des Österreichischen Jüdischen Museums in Eisenstadt und Fachmann für hebräische Inschriften) sowie Dipl.-Ing. Robert Pfleger und sein Team (MA 4, Referat Vermessung) -, weiters der Beratung von Experten aus dem Bereich Denkmalschutz und Restaurierung. Alle Forschungsergebnisse (die Geschichte des jüdischen Friedhofs, Karten und Pläne, biografische Informationen zu den Bestatteten, Übersetzungen von ausgewählten Inschriften, eine Datenbank etc.) wurden in der 2010 im Verlag Mandelbaum erschienenen Publikation „Das jüdische Wiener Neustadt" aufgenommen.2

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Der älteste mittelalterliche Grabstein (1268), der sich auf dem Gelände des jüdischen Friedhofs neben vier weiteren befindet. Quelle: Sammlung Sulzgruber

Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt

Seit 2010 besteht eine neue Gedenkstätte in Niederösterreich: die „Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt".3 Der jüdische Friedhof ist die letzte Stätte, die auf die Präsenz einer grossen jüdischen Gemeinde in Wiener Neustadt hinweist. Grabsteine erzählen vom ehemals blühenden jüdischen Leben in der Stadt. Der Friedhof ist ein Ort, der Zeitgeschichte erfahrbar macht und Erinnerung ermöglicht: Erinnerung an einen Teil der Stadtgeschichte, an die Geschichte der jüdischen Gemeinde, an Namen und Schicksale von Jüdinnen und Juden.

In einer Zeit, in der die Zahl an „Zeitzeuginnen" und „Zeitzeugen" zunehmend schwindet, muss auf ein Konzept für die „Zeit nach den Zeugen" gesetzt werden. Der Besucher taucht in die besondere Aura des Friedhofs ein und erlebt, dass jener ein Ort des Todes, aber auch des Lebens ist. Hinter jedem Grabstein steckt gleichsam eine Lebensgeschichte. Mithilfe ausgewählter Grabstellen werden die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Wiener Neustadt und das Leben von Jüdinnen und Juden erzählt.

Die Entdeckung von mittelalterlichen Grabsteinen 2007 und ihre Aufstellung auf dem jüdischen Friedhof im Jahr 2009 riefen besonderes Interesse hervor, da sich einer der ältesten Grabsteine Europas darunter befindet und sich diese Grabsteine als wahre Kulturschätze erwiesen - eine Sensation in Fachkreisen.4

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Stolpersteine für Wiener Neustadt

Quelle: Verein Alltag Verlag

Online-Portal: Lernplattform

Das Kultur- und Bildungsangebot reicht von Führungen auf dem jüdischen Friedhof, über spezielle Exkursionen bis zu Stadtspaziergängen durch das „jüdische Wiener Neustadt" - wobei das letztgenannte Angebot von Interessierten besonders gerne wahrgenommen wird. Jugendliche und Erwachsene erfahren Geschichte direkt vor Ort, gehen „mit offenen Augen" durch die Stadt und entdecken so (an ausgewählten Orten) die jüdische Vergangenheit. Lehrerinnen und Lehrer können zusätzlich Vorträge und Workshops buchen, in denen ihre Schülerinnen und Schüler in Präsentationen und mit viel Anschauungsmaterial zu einschlägigen Themen jüdische Geschichte und Zeitgeschichte erfahren.

Ergänzt wird das Bildungsangebot durch moderne Formen der Vermittlung. Seit September 2011 ist die Website www.juedische-gemeinde-wn.at online. Hier kann man Näheres über die bedeutende jüdische Gemeinde, den jüdischen Friedhof und die „Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt" erfahren.

Die Datenbank mit Abfragefunktionen, technisch realisiert von Mark Stankievich, ist ein wertvolles Hilfsmittel und soll Interessierten, Mitgliedern jüdischer Familien, Genealoginnen und Genealogen sowie anderen Forscherinnen und Forschern die Arbeit erleichtern. Personendaten (Namen, Berufe, Adressen u. a.), Daten zu den Grabsteinen und Grabstellen (Symbole, Abschlüsse, Einfriedungen, deutsche Inschriften u. a.) sowie die Fotos aller Grabsteine können dort abgerufen werden.

Auf der Website steht ausserdem kostenlos Lernmaterial zur Verfügung. Arbeitsblätter (mit Basisinformationen, Arbeitsaufträgen, Materialien und Lösungen) können sofort im Schulunterricht eingesetzt werden. Des Weiteren lassen sich über ergänzend bereit gestellte Downloads zusätzliche Informationen nachlesen. Diese Website mit ihrem Lernangebot, aber auch die „Lern- und Gedenkstätte", wurde vom Landesschulrat für Niederösterreich ausdrücklich für die pädagogische Arbeit empfohlen.

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Rekonstruktion der Synagoge,

Überblendung mit einer historischen Fotografie vom November 1938

Quelle: Stadtmuseum Wiener Neustadt, Kurzvideo Synagoge Wiener Neustadt 2010

Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten der Stadtgemeinde

Bereits im März 2009 war für die Zielsetzung, die „Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt" zu verwirklichen, die „Öffnung" des jüdischen Friedhofs beschlossen worden. Mit der Vereinbarung intensivierte sich auch die Pflege seitens der Stadtgemeinde. Die finanzielle Hauptleistung der Aufstellung der mittelalterlichen Grabsteine wurde von der Stadt Wiener Neustadt getragen. Sicherungsarbeiten und Sanierungen folgten und wurden zuletzt im Sommer 2011 bei rund 30 Grabsteinen und Sockeln umgesetzt. Damit ist nicht nur ein gefahrloses Betreten und Begehen für Besucher sichergestellt, sondern auch für die nächste Zukunft die Gefahr von Schäden an den Grabsteinen gebannt.

Zwar stellen die regelmässigen Mäh- und Rückschnittarbeiten eine wichtige Pflegeleistung zur Erhaltung des Ortes dar, es müssen aber weitere Sanierungsmassnahmen zur langfristigen Erhaltung des Friedhofs gesetzt werden. Die höchste Priorität hat hierbei - neben Zugangstoren, Zaun und Gebäudetrakten - vor allem die Umfassungsmauer. Im Jänner 2013 wurde die erforderliche Vereinbarung zwischen der Stadtgemeinde und der IKG Wien feierlich unterzeichnet, sodass nun in den kommenden Jahren Sanierungs- und Restaurierungsmassnahmen durchgeführt werden.

Literatur und Vorträge

Ein Grundbaustein in der Vermittlung historischer Entwicklungen und Ereignisse ist die Bereitstellung von Publikationen. Das Buch „Die jüdische Gemeinde" (2005) erfasste zum ersten Mal wichtige Aspekte der regionalen jüdischen Zeitgeschichte, indem beispielsweise die jüdische Gemeinde vor 1938 eingehend vorgestellt, Prozesse der Vertreibung, Entrechtung und Enteignung analysiert und die Auswirkungen der Shoa dargestellt werden. Das erwähnte Buch „Das jüdische Wiener Neustadt" (2010) ist wiederum ein Output des Forschungsprojekts „Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt".

Ergebnisse aus den vergangenen Forschungen und aus laufenden Dokumentationen wurden seit 2005 kontinuierlich bei Grossveranstaltungen (z. B. im Rahmen der „Wiener Neustädter Buchwochen") präsentiert. Die Besucherzahlen sind hier überdurchschnittlich, das Interesse sehr gross.

In Wiener Neustadt ist man in der Bewusstseinsbildung zur Thematik also bereits dort angekommen, wovon andere oft nur träumen. Dies betrifft nicht nur die Aufarbeitung der jüdischen Vergangenheit, einschliesslich der Datenerfassung zur jüdischen Bevölkerung,5 sondern auch die eingehende Dokumentation jüdischer Einrichtungen - im Fall von Wiener Neustadt: der Synagoge, der Bethäuser und des jüdischen Friedhofs.6 Das Tun basiert auf Eigeninitiative und Teamarbeit, mit dem Ziel, die Geschichte aufzuarbeiten, die Opfer der Shoa nicht zu vergessen, das Leben von Menschen zu würdigen und aus der Geschichte für die Gegenwart und Zukunft zu lernen.

Impulse für andere Formen der Vermittlung

Die seit fast zwanzig Jahren laufende grundlegende Forschungsarbeit und die seit 2005 ständig erweiterte Vermittlungsarbeit waren impulsgebend für weitere Aktivitäten:

Sonderausstellung im Stadtmuseum: 2010 nahm das Stadtmuseum Wiener Neustadt das Thema der jüdischen Gemeinde auf. Die Sonderausstellung „Schicksalswege. Die jüdische Gemeinde Wiener Neustadt" befasste sich mit der jüdischen Kultur- und Stadtgeschichte vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Das inkludierte Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche, die begleitenden Vortrags- und Musikveranstaltungen im Stadtmuseum zogen bis zum Mai 2011 überdurchschnittlich viele Besucher an.

Das virtuelle Wiederentstehen der Synagoge: Als sich über das an Technischen Universität Wien laufende Projekt zur computergestützten Rekonstruktion von (Wiener) Synagogen unter Leitung von ao.Univ.-Prof. Dr. Bob Martens die Chance bot, eine virtuelle Rekonstruktion der Wiener Neustädter Synagoge anfertigen zu lassen (DAVID 89), stellte der Autor 2009/10 alle von ihm über viele Jahre gesammelten Aufnahmen der Synagoge bereitwillig zur Verfügung, sodass eine möglichst vollständige virtuelle Rekonstruktion realisiert werden konnte. Darüber hinaus wurden seit den 1990er Jahren entdeckte Dokumente und noch vorhandene Pläne aus unterschiedlichsten Archivbeständen (die bereits in den beiden im Mandelbaum-Verlag erschienenen Publikationen - wobei die zweite eine ausführliche Darstellung zur Synagoge enthält - veröffentlicht worden waren)7 Arbeitsgrundlage des CAD-Projekts. Die technische Rekonstruktion konnte deshalb auf zwei geschichtswissenschaftlichen Grundlagenarbeiten sinnvoll aufbauen.8

Ein vom Referat „Museen, Archiv und Denkmalpflege" der Stadtgemeinde Wiener Neustadt in Auftrag gegebenes Kurzvideo über die Ergebnisse findet der interessierte Leser auf der Website zur historischen jüdischen Gemeinde von Wiener Neustadt: www.juedische-gemeinde-wn.at.9 Das Video war im September 2010 für die Ausstellung „Schicksalswege" (Sept. 2010 bis Mai 2011) im Stadtmuseum angefertigt worden und wurde dort den Besuchern gezeigt. Mit Hilfe der virtuellen Rekonstruktion ist nun der historische Blick auf die Synagoge, aber auch in das Innere des Gebetsraums möglich.

„Stolpersteine für Wiener Neustadt": Dem Ziel der Erinnerungsarbeit folgt auch das Projekt „Stolpersteine für Wiener Neustadt", das die Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig weiterträgt und als weitere Form des „sanften Erinnerns" in Wiener Neustadt nun kontinuierlich umgesetzt wird. Seit 2010 ist bereits eine aussergewöhnlich grosse Anzahl von Gedenksteinen, nämlich 82 „Stolpersteine", vom Künstler persönlich verlegt worden. Gedenksteine setzte und setzt man in Wiener Neustadt für unterschiedliche Opfergruppen, zum Grossteil für jüdische Opfer der Shoa.

Die Biografien der auf diese Weise gedachten Personen und Familien wurden ebenso dokumentiert und sind sowohl auf der Projekt-Website www.stolpersteine-wienerneustadt.at als auch seit November 2011 in Buchform nachzulesen.10

Über eine Spendenaktion (am Bundesrealgymnasium Gröhrmühlgasse 27, Wiener Neustadt) im April 2011 wurde eine Gesamtsumme von rund 2.480 Euro und damit die Finanzierung von über 20 „Stolpersteinen" sichergestellt. Im November 2011 fand eine grosse Benefizveranstaltung zugunsten des Projekts „Stolpersteine für Wiener Neustadt" im Stadttheater von Wiener Neustadt statt, zu der Überlebende und Familienangehörige von Vertriebenen und Gedachten kamen.

Neue Projekte

Der Vermittlungsarbeit zur jüdischen Vergangenheit wird in Wiener Neustadt weiterhin grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Vom Autor ist im Sommer 2011 ein weiteres Projekt initiiert worden: TOWN_Knowledge and Remembrance_ (Nationalsozialismus in Wiener Neustadt). In diesem Forschungs- und Vermittlungsprojekt, dessen Fokus auf der NS-Zeit liegt, soll die Stadt- bzw. Regionalgeschichte weiter aufgearbeitet werden. (Näheres erfahren Sie auf dem Portal www.town-wiener-neustadt.at.)

Der Erinnerungsort der Synagoge soll, wenn es nach der Intention einer lokalen Interessensgruppe geht, neu gestaltet werden. Zurzeit werden in speziellen Stadtspaziergängen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf diesen Standort hingewiesen und über die Geschichte der Synagoge, auch mithilfe von Anschauungsmaterial, informiert.11

Im Herbst 2013 wird in besonderer Weise an die jüdische Bevölkerung erinnert: Neben einer von September 2013 bis Februar 2014 laufenden Sonderausstellung im Stadtmuseum Wiener Neustadt und dem Erscheinen eines umfassenden Text- und Bildbandes, in dem cirka 50 Biografien von jüdischen Familien aus Wiener Neustadt dokumentiert sind, ist für den 9. November 2013 eine grosse Gedenkveranstaltung mit der Beteiligung von Historikerinnen und Historikern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie vielen Schülerinnen und Schülern geplant.

Anmerkungen

  

1  Werner Sulzgruber: Die jüdische Gemeinde Wiener Neustadt. Von ihren Anfängen bis zu ihrer Zerstörung. Wien 2005. Siehe auch die Beiträge in DAVID 68 und 76.

2  Werner Sulzgruber: Das jüdische Wiener Neustadt. Geschichte und Zeugnisse jüdischen Lebens vom 13. bis ins 20. Jahrhundert. Wien 2010.

3  Die IKG Wien führt die „Lern- und Gedenkstätte Jüdischer Friedhof Wiener Neustadt" nicht unter „Gedenkstätten", sondern im Bereich der Friedhöfe Niederösterreichs (vgl. www.ikg-wien.at). Vielerorts fehlt der Hinweis auf die Gedenkstätte in Wiener Neustadt bedauerlicher Weise noch.

4  Details zur Auffindung vgl. www.juedische-gemeinde-wn.at (Friedhof - Grabsteine Mittelalter).

5  Neben einer Datenbank, die Datensätze zu rund 870 Jüdinnen und Juden umfasst, welche unmittelbar vor 1938 in Wiener Neustadt lebten, verfügt der Autor auch über eine Datenbank zur jüdischen Bevölkerung im Sprengel der IKG Wiener Neustadt, die als Grundlage für eine Forschungsarbeit über das Sprengelgebiet dient.

6  In Sulzgruber 2010 sind die Ergebnisse der Erforschung des jüdischen Friedhofs von Wiener Neustadt genau erfasst. Es enthält eine ausführliche Friedhofs- bzw. Personen-Datenbank.

7  Ein Teil der Unterlagen zur Synagoge befindet sich seit mehreren Jahren gesammelt in einem speziellen Karton im Stadtarchiv Wiener Neustadt unter der Signatur: Alte Registratur, 1891, Nr. 24.561-J-Ges.

8  Susanne Schwarz, Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Wiener Neustadt. Diplomarbeit TU Wien 2011; Susanne Schwarz,  Die virtuelle Rekonstruktion der Synagoge in Wiener Neustadt, in: David 89 (2011), S. 4-5.

9  vgl.: www.juedische-gemeinde-wn.at (Gemeinde - Geschichte).

10 Vgl. Website www.stolpersteine-wienerneustadt.at und Buchpublikation: Brigitte Haberstroh/Maximilian Huber/Michael Rosecker (Hrsg.), Stolpersteine Wiener Neustadt. Ein Stadtführer des Erinnerns. Wiener Neustadt 2011.

11 In Wiener Neustadt finden regelmässig Stadtspaziergänge und Führungen auf dem jüdischen Friedhof von Wiener Neustadt sowohl im Frühjahr als auch im Herbst statt, vgl.: www.juedische-gemeinde-wn.at (Aktivitäten - Veranstaltungen).